COLEO
Gemeinschaft für Coleopterologie e. V.


Exkursion vom 25.7.2026 in die NWZ


Von H.-J. Grunwald


Zu unserer Sommerexkursion konnte ich zwei Interessierte aus Arnsberg und Sundern begrüßen, nämlich Frau Lissy Bertram und Herrn Thorsten Jochheim. Beide sind begeisterte Naturfreunde und haben ein großes Herz für die heimische Pflanzen – und Tierwelt, insbesondere auch für die Insekten. Ihr aktuelles Projekt ist die Gestaltung eines Kartenspiels mit Lebewesen (Pflanzen und Tiere) aus dem Arnsberger Wald, darunter auch acht Karten mit Käferbildern - hier konnte unser Vereinskollege Christian Pape bereits etwas beisteuern. Das Kartenspiel soll Kindern und Erwachsenen die Schönheit, Vielfalt und Schutzwürdigkeit verschiedener Waldlebensräume nahebringen. Deshalb lag es für die beiden nahe, einmal live beim Beobachten und Sammeln der Käfer im Arnsberger Wald, speziell in der Naturwaldzelle Hellerberg,  mit zu machen und so verschiedene Biotope und Methoden kennen zu lernen.



Um 13.00 Uhr trafen wir uns auf dem Parkplatz Kreuzeiche. Nach dem Anschauen von zwei Kästen mit Käfern aus der Naturwaldzelle, dem Verteilen von Schüsseln, Dosen und Klopfstöcken ging es den linken Weg hoch Richtung Lichtung. Auf dem Weg wurde viel über das Sammeln von Käfern berichtet, wozu das dient und was mit gefangenen Tieren gemacht wird. Dabei wurden Pflanzen abgeklopft, Blüten abgesucht und auch der Erdboden beobachtet. An einer kleinen Feuchtstelle konnte der Blattkäfer Phyllobrotica quadrimaculata nebst Larven vorgeführt werden.
Im Bereich der großen Lichtung und der Wildschweinsuhle dort wurden Fallen untersucht, es wurde gesiebt und Rinde an liegendem Totholz abgehoben. Dabei konnte ein Histeride (Paromalus spec.) beobachtet werden.
Von Distel wurde ein Blattkäfer der Gattung Cassida geklopft, der sich in der Klopfschüssel festklammerte und so seine Verteidigungstaktik gut dokumentierte.













Anschließend ging es an den südlichen Waldrand der Naturwaldzelle. An einem ausgelegten Obstköder konnten mehrere Hirschkäfer (Dorcus parallelipipedus) beobachtet werden, die in dem fauligen Apfelbrei halb vergraben waren.











An einer in der prallen Sonne liegenden Buche, die schon recht morsch ist, saß ein Anthribide, der sich durch uns nicht stören ließ.


    










An dem Stamm konnte dann zur Überraschung und absoluten Freude des Verfassers ein sehr schnell laufender elateridenähnlicher Käfer gefangen werden, der später als Drapetes mordelloides -  Erstfund für die NWZ – bestimmt werden konnte.


Nach mehr als 4,5 Stunden Exkursion waren wir uns einig, dass diese wiederholt werden muss, wobei durchaus auch andere Interessierte teilnehmen sollten, die unsere Gäste in ihrem Bekanntenkreis „ werben“ wollten. An dieser Stelle sei den beiden Teilnehmern für ihre Begeisterung und für die Überlassung des Fotomaterials gedankt.
Um 22.00 Uhr wurde dann an dieser Stelle geleuchtet. Mein guter Bekannter und gelegentlicher Helfer Frank Sabinarz war dabei. Etwa zwei Stunden wurde geleuchtet. Da es unter 20 Grad war, war die Käferausbeute nicht allzu groß, aber 2 Dytisciden und 7 Heteroceriden machten doch Freude.


Insgesamt ein anstrengender, aber ereignisreicher positiver Tag, der nach Wiederholung ruft.